Weipert
Die Freie Bergstadt Weipert ist der
weitaus größte und bedeutendste Ort des Landkreises
Preßnitz.
Die Stadt liegt
unmittelbar an der sächsischen Grenze am rechten Ufer des
Pöhlbaches.
(Am linken Ufer
des Baches liegt der sächsische Ort Bärenstein). Weipert
hat eine Längenausdehnung von etwa 7 km, während Seine
Breite nur 1.3 km beträgt. Das höchstgelegene Haus hat eine
Seehöhe von 846 m; das tiefstgelegene liegt 648m hoch.
(Dekanatskirche 719m, Bahnhof 715 m, die Zollbrücke 697
m).
Bilder aus der alten
Heimat:oldfoto1.htm
Das
Gemeindegebiet umfaßt 540 ha. Die Stadt zählt 1152 Häuser
mit 10.667 Einwohnern (4903 männlich, 5764 weiblich). Weipert
hat 3 Ortsteile: Stadt, Grund und Neugeschrei.
Die
Bewohner sind überwiegend in der Industrie tätig. Die
Weiperter Industrie erzeugt insbesondere Posamenten, Spitzen, Wirk-
und Strickwaren; außerdem: Perl- und sonstige -Handtaschen,
Handschuhe, Wäsche, Krawatten, Schale, Knöpfe Zahnbürsten,
Gummiwebwaren, leonische Gespinste, Kabel, Handfeuerwaffen (besonders
Jagdgewehre), Maschinen u. a. Ferner gibt es in Weipert Zwirnereien,
Färbereien, Bleichereien, Appretur-AnstaIten und
Halbfabrikate-Industrie. Die zahlreichen Weiperter Gewerbebetriebe
erzeugen u.a.: Bettdecken, Gardinen, Modestrickartikel,
Strickhandschuhe, Damenkonfektion, bemalte Schale und Tücher,
Wäsche, Polstermöbel, Zimmereinrichtungen, Kartonagen,
Drucksachen und Prägeplatten.
In
Verbindung mit der Industrie und dem Gewerbe steht eine rege
Handelstätikeit.
Auch
Landwirtschaft wird in Weipert betrieben. Die zahlreichen kleinen und
kleinsten Landwirtschaften zeitigen allerdings keine besonderen
Ergebnisse. Eine Zusammenfassung alles anbaufähigen Bodens
außerhalb der Bau- und Hausgartenparzellen zu größeren
landwirtschaftlichen Betrieben wäre dringend nötig.
Industrie, Handel und Gewerbe blühen
in Weipert in hundertfältiger Form. Im alten Österreich und
auch in der ehemaligen Tschechoslowakei war Weipert der Hauptsitz der
Posamenten-Erzeugung. Wir finden in Weipert mehr als ein halbes
Hundert größere Firmen und zahlreiche kleinere
Unternehmungen. Die Heimindustrie betätigt sich auf den
verschieden-sten Gebieten und gibt auch den benachbarten Orten
Beschäftigung und Brot.
Die
Stadt Weipert ist eine ausgesprochene Streusiedlung. Die einzige
Goehtestraße ist eine Zeile geschIossener Bauweise, und zweigt
auf der rechten Seite vom Postplatz nach Norden.
Weipert
hat ein Stadtamt, ein Amtsgericht, ein Zollamt, ein Reichsbahnamt,
das Postamt Weipert - Stadt mit den Ämtern Weipert-Bahnhof und
W.-Neugeschrei, ein staatliches Forstamt, einen Gendarmerie-Posten.
Das Kaadner Arbeitsamt hat in Weipert eine Nebenstelle. Ferner hat
Weipert eine Probieranstalt für Handfeuerwaffen.
An
Schulen finden wir in Weipert: 4 Volksschulen (Knabenvolksschule,
MädchenvolksschuIe mit Hilfsklasse. Volksschule in Grund,
Volksschule in Neugeschrei),
2
Hauptschulen (Knabenhauptschule, Mädchenhauptschule), eine
Oberschule, eine Kreisberufsschule, eine Posamentenfachschule und 3
Kindergärten.
Weipert ist
der Sitz eines katholischen Dekanatamtes-und eines evangelischen
Pfarramtes. In Weipert gibt es 4 Kirchen: die alte Martinsktrche
(ehemalige Fridhofskirche), die Dekanatkirche, die Kirche in
Neugeschrei und die evangelische Kirche.
Die
Stadt Weipert hat elektrisches Licht (feit 1898), Wasserleitung (seit
1911). ein Krankenhaus, ein Armenhaus, ein Leichenhaus, ein Museum,
eine Turnhalle, ein Bad, eine Apotheke, eine Buchdruckerei (mit der
„Neuen Weiperter Zeitung") und ein Lichtspieltheater. Die
Gemeindebücherei und die ehemalige Bundesbücherei zählen
zusammen über 6500 Bände.
Die
bemerkenswerten Gebäude in Weipert sind: die Martinskirche, die
Stadtkirche, die katholische Kirche in Neugeschrei, das städtische
Krankenhaus, das städtische Armenhaus, das Altersheim, das
Amtsgericht, das alte Rathaus, die städtische Turnhalle, das
Stadthaus, die alte Schule an der Neugeschreier Straße, das
alte Armenhaus, die Grundschule, die Mädchenschule, die Volks-
und Bürgerschule, die VolksschuIe in Neugeschrei, das Bräuhaus,
das Städtische Elektrizitätswerk, der Bahnhof und das
Postgebäude.
Die
Verkehrslage Weiperts ist nicht ungünstig. Die Stadt liegt an
der Bahnstrecke Komotau-Chemnitz und ist ein
Autobus-Verkehrsknotenpunkt. Von Weipert führen Autobuslinien
nach Komotau, Kaaden, Klösterle, Karlsbad, Annaberg-Chemnitz und
Königswalde-Annaberg.
Landschaftlich
liegt die Stadt Weipert sehr schön. Eine reizende Umgebung
bietet dem Naturfreund zahlreiche Möglichkeiten, sich zu
erhohlen. Weipert ist ein günstiger Ausgangspunkt für
lohnende Spaziergänge und Ausflüge.
Das
Weiperter Wappen ist ein roter geteilter Schild. Das untere Feld
zeigt auf einem blauen Grunde eine umstürzende Tanne, die eine
Silberstufe entblößt. Im oberen Felde sehen wir zwei
Berpknappen, die an einer Stange eine Traube (Erztraube) tragen.
Oberhalb, des Schildes ist das Brustbild eines Bergmannes mit
erhobenen Armen, in der rechten Hand das Eisen, und in der linken
Hand den Schlegel haltend.
© bei G.H. Aue