Steingrün
Steingrün ist ein Dorf mit 260 Einwohnern
und 53 Häusern; es liegt ungefähr 650 m- Ü. d.M. am steilen
Südhange des Gebirges. Das Gemeindegebiet umfaßt 166 ha. Von
Eisenbahn und Straße gemieden, erreicht man den Ort von Kupferberg
aus in einer Viertelstunde, vom Kupferberger Bahnhof aus in einer halben
Stunde und von Pürstein in einer Stunde.
Der Ort ist ein Reihendorf. Die ältesten
Häuser stehen mit den Giebelseiten zum Dorfwege.
Steingrün ist reich an landschaftlichen
Schönheiten und bietet herrliche Fernsicht. Von großer Anziehungskraft
sind drei stark zerklüftete, einsam in das Tal hinabblickende Felsen
unterhalb des Kammes (von denen der mittlere den Namen "Sphinx" führt)
mit einer freundlichen Gaststätte.
Karg ist der Ertrag der Scholle und des Waldes.
So finden heute viele Bewohner ihren Erwerb als Fabrikarbeiter im nahen
Kupferberg, in Pürstein und Klösterle, oder als Steinbrucharbeiter
im Gemeindebruch, der gesuchte Gneisplatten liefert. Ein großer Teil
der Bevölkerung schafft als Heimarbeiter in der Handschuhindustrie
von früh bis spät. Der Ort besitzt eine 2klassigeVolksschule.
Die Gemeindebücherei zählt 213 Bände.
Über die Entstehung des Ortes ist nichts
bekannt. Der auf „grün" endigende Ortsname kündet jedoch von
der Mühe und Plage, die unsere Altvordern wohl auf sich nehmen mußten,
bevor das wirre Wildland in Kulturland umgewandelt war. Ursprünglich
zum Pirsensteiner Schlosse gehörend, wird es erstmals 1431 in dessen
Geschichte erwähnt. In der Zeit, da man allenthalben in unserer Heimat
Schurfversuche unternahm, mochten sich wohl auch in Steingrün - wie
die noch bestehenden Stollen bezeugen - Bergleute angesiedelt haben.
Der am oberen Ausgange des Ortes entspringende
Steingrüner Bach ergießt sich in den Kleinthaler Bach. Dieser
mündet nach Vereinigung mit dem Weigensdorfer Bach in Aubach in die
Eger.
Folgen wir dem beschriebenen Wasserlauf, so
erleben wir eines der schönen, tief eingeschnittenen Quertäler
unteres Gebirges.