Aus
einer alten Chronik
Christofhammer.
Die Gemeinde Christofhammer
liegt im Preßnitztal und umfaßt die Ortschaft Christofhammer
mit dem Ortsteil Hegerhaus.
Das Flächenausmaß
der Gemeinde beträgt 1490 Hektar. Christofhammer ist der Fläche
nach die drittgrößte Gemeinde des Landkreises. Die Dorfmitte
(Kirche) liegt 659 m hoch. Die Gemeinde zählt insgesamt 134 Häuser;
hiervon entfallen 4 Häuser auf den Ortsteil Hegerhaus. Christofhammer
hat 714 Einwohner (353 männlich, 361 weiblich).
Die Bewohner sind zumeist
Arbeiter, die in der Forst-wirtschaft und in der Industrie beschäftigt
sind. In Christofhammer erzeugt man Vorhänge, Spitzen, Gummiwaren
und Bretter; auch besteht im Orte eine Seidenwickelei. Viele Leute gehen
nach Sachsen in die Arbeit. Die Landwirtschaft ist unbedeutend.
Christofhammer hat eine
zweiklassige Volksschule, einen Kindergarten, eine Raiffeifenkassa und
eine Gemeindebücherei mit 239 Bänden. Christofhammer ist der
Sitz eines katholischen Pfarramtes, das derzeit von Reischdorf aus verwaltet
wird. Die Pfarrkirche wurde 1829—1832 erbaut. Bei der Kirche befindet sich
eine Kriegerdenkmalanlage, die 1938 neu hergerichtet wurde.
Christofhammer liegt
an der Straße Preßnitz-Schmalzgrube. Eisenbahn und Autobus
meiden den Ort. Die nächste Bahnstation ist Schmalzgrube (3 km entfernt).
Bis zur Station Preßnitz-Reischdorf sind 8 km. Die nächste Autobushaltestelle
ist Preßnitz-Waldschlößl (3 km).
Der Ortsteil Hegerbaus
ist an Jöhstadt angebaut; er ist nach Pleil eingeschult und gehört
zur Pfarrgemeinde Preßnitz.
Christofhammer hatte
früher den Namen „Brand". Es gab hier eine Reibe von Eisenhämmern,
die im Jahre 1429 von den Hussiten zerstört wurden. Im Jahre 1621
errichtete der kaiserliche Rat Christoph Grad von Grüneberg, Oberberghauptmann
von Joachimsthal, im „Brand" ein Hammerwerk und nannte es zu Ehren (eines
Namensheiligen "Skt. Christofhammer". Dieses Hammerwerk stand an der Stelle
der heutigen Schmidt-Fabrik. Es bestand aus einem Hochofen, 2 Schmiedehütten.
einem Schützteich, einer Mahl- und einer Brettmühle. Später
warfen infolge zu starken Holzverbrauches der Eisenhammer und der Hochofen
keinen Gewinn mehr ab und wurden daher eingestellt. An Stelle des Hammerwerkes
ließ Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1751 ein kaiserliches Blaufarben-werk
errichten, in dem blaue Farbe und Streusand erzeugt wurden. Das Werk wurde
anfangs von einem kaiserlichen Rechnungsführer verwaltet, Später
aber vom Staate verpachtet, bzw. verkauft. Im Jahre 1874 wurde der Betrieb
eingestellt.
Das gänzlich vom
Walde eingeschlossene Christofhammer ist eine vorzügliche Sommerfrische.
Der Ort hat eine herrliche Lage; seine Umgebung bietet eine Fülle
von wunderbaren Waldspaziergängen.
Ferdinand Reißig.
© bei G.H. Aue
Aus einer alten Chronik
Dörnsdorf
Die Katastralgemeinde Dörnsdorf
umfaßt die Ortschaften Dörnsdorf und Orpus. Das Flächenausmaß
der Gemeinde beträgt 522 Hektar. Die Gemeinde zählt insgesamt
182 Häuser mit 968 Einwohnern. Die Ortschaft Dörnsdorf erstreckt
sich als Längssiedlung im oberen Preßnitztale zu beiden Seiten
der Straße und des Baches in einer Länge von 1.2 km. Die Siedlung
fällt sanft nach Norden ab und ist gegen die Nordrichtung offen. Die
Seehöhe beträgt 740—772 m. Gegen Osten und Süden liegen
die kahlen Rücken der Pöllma-Höhe (874 m) und des Graukopfes
(850 m). Die Pöllma-Höhe bietet einen schönen Rundblick.
Dörnsdorf hat ein Bürgermeisteramt, eine dreiklassige Volksschule,
eine Poststelle, elektrisches Licht und Wasserleitung. Die Bewohner beschäftigen
sich mit Landwirtschaft, Hausierhandel und Heimindustrie; diese erzeugt
insbesondere Posamenten, Strickwaren und Handschuhe. Manche Bewohner arbeiten
auswärts in Fabriken. Neben dem Schulgebäude, das 1876 erbaut
wurde, steht eine Kapelle.
Die Ortschaft Orpus ist
gänzlich von Wald umrahmt. Die 16 Häuser liegen zerstreut und
zeigen vielfach fränkischen Fachwerkbau. Der Ort hat eine einklassige
Erpositur, die zur Schule Dörnsdorf gehört. Die Bewohner betreiben
Landwirtschaft und Heimarbeit. Orpus ist ein einsamer Ort; nicht einmal
Spatzen sind dort zu finden. Naturfreunde wandern gerne auf idyllischen
Waldwegen in das ruhige, verlassen Dörfchen. In Orpus wurde 1813 der
Volksschriftsteller Dr. Ferdinand Stamm
geboren. Nicht weit von Orpus liegt die schöne Dornsdorfer Talsperre.
Die Orpuser Höhe ist 820 m hoch.Die Orte Dörnsdorf und Orpus
sind schon ziemlich alt. Die ersten Siedler waren Bauern und Bergleute;
sie machten den Boden urbar und erschlossen die Erzlager. Im Jahre 1352
werden die Bergbaustollcn im Hammerletal (Dörnsdorf) zuerst erwähnt.
1431 wird Dörnsdorf als Thierlsdorff urkundlich ge nannt. Als der
Bergbau immer mehr zurück ging, befaßten sich die Leute in Dörnsdorf
vielfach mit Spitzenklöppelei und Frächterei; die Fuhrleute verkehrten
meist zwischen Leipzig und Prag und verfrachteten Getreide, Salz, Holz
u. a. In der Zeit vor dem Weltkriege verdienten viele Dörnsdorfer
ihren Lebensunterhalt mit Spitzenhandel (Hausierhandel) und mit Musizieren.
Nach dem Weltkriege war die Bevölkerung in einer verzweifelten wirtschaftlichen
Situation.
Anton Steiner.
© bei G.H. Aue
Aus einer alten Chronik
Kunau
Die Gemeinde Kunau besteht
aus den Ortschaften Kunau und Haadorf. Das gesamte Gemeindegebiet umfaßt
434 ha und zählt 59 Häuser mit 308 Einwohnern (148 männlich,
160 weiblich).
Die Ortschaft Kunau
hat 36 Häuser mit rund 200 Einwohnern. In Haadorf gibt es 23 Häuser
mit rund 100 Einwohnern. Kunau lie9t 650 m hoch, Haadorf 560 m.
Die Bewohner beider
Orte sind teils in der Landwirtschaft, teils in der Industrie beschäftigt;
in der Gemeinde selbst gibt es keine Industriebetriebe; die Arbeiter gehen
nach auswärts in die Fabriken von Meretitz, Klösterle u. s. w.
Auch Heimarbeit wird vielfach betrieben; man erzeugt Handschuhe und Drahtschwämme.
Die Gemeinde hat eine
zweiklassige Volksschule, die sich. in Haadorf befindet. Ebenso ist die
Gemeindebücherei (80 Bände) in Haadorf. Kunau und Haadorf sind
nach Klösterle eingepfarrt. Die Bezirksstraße von Kupferberg
nach Klösterle führt an den beiden Orten vorbei.
Die Ortsgeschichte ist
eng verknüpft mit den Geschicken. der Herrschaft Klösterle. Im
Jahre 1431 wird Kunau als Cunow erwähnt. 1512 sind die Herren von
Vitzthum Besitzer von Neuschönburg-Klösterle; zu ihrem Besitze
gehörten auch Kunau (genannt Kmiov) und Haadorf.
Kunau und Haadorf sind
landschaftlich sehr schön gelegen. Von den umliegenden Hügeln
und Bergen läßt sich die Ortsumgebung großartig beschauen.
Von der Schule aus sieht man das Band der Eger, die Schönburg, die
Ruine Leskau, die alte Stadt Kaaden und einen Teil Pürsteins. Sehr
hübsch ist der Blick gegen das Duppauer Gebirge.
Eingeschult nach Kunau
- Haadorf ist die Gemeinde Gesseln, die zum Landkreise Kaaden gehört.
Gesseln ist 206 ha groß und zählt 51 Häuser mit 265 Einwohnern.
Die Bewohner sind Landwirte und Fabrikarbeiter. Der Ort Gesseln wird im
Jahre 1431 als Gnessen zum erstenmale urkundlich
genannt.
Fr. Hanisch.
© bei G.H. Aue
Aus einer alten Chronik
Nach J.Voit und J.Hoßner.
Neudörfl.
Die Gemeinde Neudörfl,
bestehend aus den Orten Neu d ö r f l und Kretscham, hat ein Flächenausmaß
von 303 ha und liegt am Südwand des Preßnitzer Landkreises,
am Abhange des Gebirges.
Neudörfl und Kretscham
sind etwa 300 Meter voneinander entfernt und werden von der Bezirksstraße
Kaaden-Preßnitz durchquert. Während Kretscham, welches sich
auf einer Anhöhe der alten Straße dahinzieht, schon von weitem
sichtbar wird, liegt Neudörfl in einer Mulde eingebettet und ist den
Blicken lange entrückt. Beide Orte sind Längssiedlungen.
In den 51 Häusern
der Gemeinde wohnen 288 Einwohner, deren Haupterwerbsquelle die Landwirtschaft
ist Trotz der hohen Lage (Neudörfl 650 m, Kretscham 700 m), sind nämlich
die Vorbedingungen hierfür bedeutend günstiger als auf dem Gebirgskamme,
da der Südabhang des Gebirges dem Nordwinde weniger ausgesetzt ist
und hinreichende Niederschläge aufweist. Die Hauptfrucht ist das Getreide
(Roggen, Hafer, aber auch Weizen), dessen Reife auch in ungünstigen
Jahren nicht in Frage gestellt ist. Daneben geben die Kartoffeln
und Dorschen größere
Erträge. Eine besondere Rolle spielt der feldmäßige Anbau
von Kraut (Gebirgskraut) und in letzter Zeit wieder der Anbau von Flachs.
Eine weitere Erwerbsquelle
ist der ausgedehnte Wald. Der Beruf des Waldarbeiters wird von manchen
Familien schon durch Generationen ausgeübt. Viele Ortsbewohner sind
als Handwerker tätig oder finden in den Fabriken der Umgebung Beschäftigung.
Den Sommer über suchen viele Maurer und Obstpflücker in der Fremde
einen Verdienst. Ältere Einwohner widmen sich häufig der Heimarbeit
(Handschuhe, Gorl-schnüre, Klöppelspitzen).
Der Ort gehört
zum Pfarrsprengel Laucha. Die einklassige-Volksschule wird gegenwärtig
(1941) von 40 Kindern besucht und ist die einzige Bildungsstätte der
Gemeinde. Das zuständige Postamt ift Reischdorf. Durch Neudörfl
und Kretscham geht die Autobuslinie Weipert-Kaaden. Die nächste Bahnstation
ist Reischdorf. Seit 1909 besteht in beiden Orten eine Hochquellenwasserleitung,
welche die Gemeinde mit gutem Trinkwasser versorgt.
Die Umgebung der Gemeinde
ist nicht arm an Landschaftlichen Reizen. Von vielen Erhebungen im Gemeindegebiete
hat man eine herrliche Fernsicht. Von der alten Straße aus erblickt
man links das Wohlauer Kirchlein. Nach rechts weiter schweifend überschaut
man die weite Saazer Ebene, das Egertal mit seinen Burgen und das Duppauer
Gebirge bis zum Herrgottstuhl. Im Winter sind die Abhänge ein ideales
Skigelände. An Tagen wunderbaren Rauhfrostes löst ein Märchenbild
das andere ab. Selbst an unfreundlichen Nebeltagen im Herbst und im Frühling
hat man einen entzückenden Anblick, wenn unter den Bergen ein Nebelmeer
dahinzieht, aus dem Bergesgipfel emporragen, über die der graue Himmel
sich wölbt. Auch der Wald mit seinen einsamen Wegen bietet dem Erholungsbedürftigen
angenehmen Aufenthalt. Leider sind die Wohnungsverhältnisse in Neudörfl
und Kretscham sehr schlecht und lassen die Armut der Bevölkerung deutlich
erkennen.
Die Entstehung der Orte
Neudörfl und Kretscham ist in Dunkel gehüllt. Im Jahre 1533 wird
Neudörfl anläßlich des Verkaufes der Lobkowitzischen Besitzungen
als „Neudörfl am Gebirge" erwähnt. Neudörfl gehörte
zumeist zur Preßnitzer Herrschaft und teilte deren Geschicke.
1807 wurde die Ortskapelle erbaut.
Der Ort Kretscham hat
seinen Namen von einem alten Einkehrgasthaus, das an dem alten Grenzweg
Kaaden-Preßnitz lag und den Namen „Zum kalten Kretschmer" führte.
(Kretschmer- Bierschenker).
Karl Politzky
© bei G.H. Aue
Aus
einer alten Chronik
Oberhals.
Die Gemeinde Oberhals
besteht aus den Ortschaften Oberhals und Unterhals. Die Gemeinde zählt
11l Häuser (90 in Oberhals, 21 in Unterhals) und hat 508 Einwohner
(242 männlich, 266 weiblich). Oberhals gehört zu den höchstgelegenen
Gemeinden des Landkreises. Das Schulhaus liegt 893 m hoch, die Kapelle
880 m.
Der Ort hat eine zweiklassige
Volksschule. Die Gemeindebücherei zählt 193 Bände. Oberhals
gehört zur Pfarre Kupferberg. Durch den Ort geht die Autobuslinie
Weipert-Kaaden.
Die ersten Bewohner
der Ortschaften Oberhals und Unterhals waren wohl Bergleute, die ihre Häuschen
in die Nähe des Schachtes oder Stollens bauten. Da hier aber an sehr
vielen Stellen der Bergbau betrieben wurde, so ist es wohl zu erklären,
daß die Häuser der Gemeinde so zerstreut sind. Zur Zeit des
Bergbaues herrschte hier zweifellos Wohl-stand. Lange sollten die guten
Seiten nicht dauern; der Bergsegen nahm ein Ende und die Not zog ein; sie
war in jedem Hause Gast.
In der Notzeit war oft
der Wald der einzige Ernährer. Der Vater verdiente als Waldarbeiter
oder als Holzfuhrmann nur sehr wenig, so daß die Mutter und die Kinder
immer mithelfen mußten, um die Lebensnotwendigkeiten zu sichern.
Durch Heimarbeit, .die
in Kupferberg geholt wird, hilft die Mutter mit, das Brot für die
Familie zu schaffen. Dabei geht Sie fleißig „hutzen", wo oft durch
Gesang die Stunden schnell vergehen. Gerne werden die Lieder der Heimatdichter
gesungen. Dabei greift man besonders jene Lieder heraus, die für den
Ort besondere Bedeutung haben, wie; „Dr Nabl", „Dr Wind", «Das Erdäppl-Lied",
„De Haad", „Der Vuglbeerbaam" usw.
Die Kinder werden zu
häuslichen Arbeiten frühzeitig herangezogen. Oft müssen
sie aus dem nahen Walde die Brennvorräte für den harten und langen
Winter holen.
Im Sommer holen die
Kinder fleißig Schwarzbeeren und Schwamme. Nicht umsonst werden die
Oberhalser die „Beerhübler" genannt.
Heute finden sehr viele
Bewohner Arbeit in Kupferberg, Schmiedeberg, Weipert, Meretitz oder Komotau.
Die täglichen langen Wege zum Arbeitsplatz haben sie oft bald genug
und übersiedeln mit der Familie zur Arbeitsstätte, So sinkt die
Einwohnerzahl des Ortes immer mehr. Im Jahre 1860 hatte die Gemeinde 712
Einwohner, heute nur noch 508. Der Ort hat weder elektrisches Licht, noch
Wasserleitung, noch Bad. Das nächste Postamt ist in Kupferberg. Die
einzige kulturelle Einrichtung der Gemeinde ist die Schule, die allerdings
in einem gänzlich unzulänglichen Gebäude untergebracht ist.
Das Schulgebäude stammt aus dem Jahre 1823 und sollte bereits im Jahre
1881 durch einen Neubau ersetzt werden. Doch hatte man für die Schule
kein Geld. Dafür baute man im Jahre 1902 eine Kapelle. Vom Jahre 1905-1940
hatte Unterhals eine Erpositur.
Eines bietet der Ort,
was aber die Bewohner viel zu wenig schätzen: das ist die würzige,
reine Luft und die herrliche, waldreiche Gegend mit dem wunderbaren Ausblick
ins Egertal, Duppauer Gebirge und Saazer Land.
J o s e f V o
i t.
© bei G.H. Aue
Aus einer
alten Chronik
Pleil
Die Katastralgemeinde
Pleil ist der Fläche nach die größte Gemeinde des Landkreises
Preßnitz; sie umfaßt 2639 ha. Die Gemeinde besteht aus zwei
Ortsteilen; Pleil und Sorgenthal.- Einwohnerzahl: 765 (369 mannlich, 396
weiblich). Zahl der Häuser: 115 (hiervon entfallen auf Pleil 66 und
auf Sorgenthal 49). Die Seehöhe beträgt über 700 m (Sorgenthaler
Mühle 705 m, Schule 716 m, Gemeindeamt 720 m, Kirche 730 m, Hegerei
Pleil 780 m). Die
Bevölkerung ist hauptsächlich in der Industrie,
beschäftigt, u. zw. zum Teile im Orte selbst, zum Teile auswärts
in Weipert und Jöhstadt. In Pleil-Sorgenthal erzeugt man Feuerlöschgeräte,
Klöppelspitzen und Posamenten. Ferner gibt es im Orte eine Zwirnerei
und Spulerei. Heimarbeiterinnen verfertigen Handschuhe, Knüpf- und
Stickarbeiten. Etliche Leute sind in der Forstwirtschaft tätig. Viele
Fabriksarbeiter betreiben als Nebenerwerb kleine und kleinste Landwirtschaften.
Der Ort hat zwei Brettsägen.
Pleil hat ein Bürgermeisteramt,
eine zweiklassige Volks-Schule und eine Pöststelle. Die öffentliche
Bücherei umfaßt 451 Bände. Die Gemeinde gehört zum
Pfarrsprengel Preßnitz. Pleil hat eine Filialkirche und einen eigenen
Friedhof.
Wann, der Ort gegründet
wurde, ist nicht feststellbar. Pleil wird im Jahre 1352 als Eisenhammer
erwähnt.1429 wurde der Ort von den Hussiten zerstört. Damals
wurde auch die Ortschaft Bottendorf zerstört, von der nur eine Mühle
übrig blieb - die Bottendorfer Mühle, später „Fiedlermühle"
genannt. Diese Mühle ist heute abgetragen. An ihrer Stelle erheht
sich die Fladersche Spritzenfabrik.
Um 1500 erlebt Pleil-SorgenthaI
eine Blütezeit des Bergbaues auf Eisen und Silber. Im Jahre 1641 wurde
der Schwedengeneral Baner in der Pleiler Heide von kaiserlichen Truppen
geschlagen. Nach dem 30jährigen Kriege wurden die zerstörten
Hammerwerke von Pleil und Sorgenthal wieder aufgebaut.
Der Bergbau hielt sich in Pleil ziemlich lange, bis er endlich im 19. Jahrhundert
von den heutigen Industrien abgelöst wurde.
Nach Ernst Schlosser.
© bei G.H. Aue
Aus einer
alten Chronik
Pöllma.
Die Gemeinde Pölma
liegt in einer Seitenmulde des herrlichen Lohbachtales am Südabhange
des Gebirges. Das Gemeindegebiet im Ausmaße von 272 ha wird von folgenden
Gemeinden eingeschlossen: Neudörfl, Reischdorf, Dörnsdorf, Köstelwald,
Tomitschan und Laucha.
Das Dorf hat 37 Häuser
und wird von 222 Einwohnern bewohnt.
Die Haupterwerbsquelle
ist die Landwirtschaft, die trotz der hohen Lage (600 Meter) noch immer
entsprechende Erträge aufweist. Ein Kranz von Höhenzügen,
der das Gemeindegebiet umschließt und nur im Süden durch das
Lohbachtal unterbrochen wird, gibt dem Gelände eine geschützte
Lage. Hauptfrucht ist das Getreide (Hafer, Roggen, auch Weizen). In größeren
Mengen werden auch Kartoffeln und Dorschen gebaut. Erwähnenswert ist
der feldmäßige Anbau von Kraut. Sowie der Flachsanbau, dem in
letzter Zeit wieder mehr Beachtung geschenkt wird.Ein Teil der Bevölkerung
steht im öffentlichen Dienst (Eisenbahn) oder ist in den Fabriken
der Umgebung beschäftigt. Der Heimarbeit (Gorlschnüre, Klöppelspitzen,
Borten und Po samenten) widmen sich ältere Ortseinwohner.
Der Ort ist nach Laucha
eingepfarrt und eingeschult. Das zuständige Postamt und der nächste
Bahnhof sind in Reischdorf. Eine Abzweigung der Bezirksstraße Preßnitz-Kaaden
führt durch Pölma nach Klösterle, bzw. über Laucha
nach Radis.
Das Dorf ist eine Rundsiedlung.
Der Ortsname dürfte slawischen Ursprungs sein; jedoch gibt es im Gemeindegebiet
nur deutsche Flurnamen. Die Örtlichkeit von Pöllma wird im Jahre
1431 im sogenannten „Pürsteiner Vertrag" als „Pedmles" erwähnt.
1449 wird Pedmles als Dorf genannt. Pöllma war die längste Zeit
der Herrschaft Klösterle untertan, bis im Jahre 1848 die Untertänigkeit
aufgehoben wurde. Im Jahre 1906 wurde die Straße Tomitischan-Pöllma-Reischdorf
erbaut.
KarI Politzky.
© bei G.H. Aue